Heute ist das Thema überall, soweit das Auge reicht – vom „Relaunch der Heimat“ im Magazin Der Spiegel zum Leipziger Theaterspektakel „www.heimat.le“, von der „Heimat Kunst“ im Haus der Kulturen der Welt bis zur „Heimatkunde“ in der Frankfurter Rundschau. Das war nicht immer so – als wir das Festival 1988 aus der Taufe hoben, um “urbane Volx- und Tanzmusik” vom Heimatplaneten Erde nach Berlin zu bringen, war Heimat allerhöchstens für den Musikantenstadl und die Vertriebenenverbände sexy: Es gab noch kein Haus der Kulturen der Welt, kein RADIOmultikulti und keinen Karneval der Kulturen.
Was seither geschah sind 18 Jahre HeimatKlänge und die Folgen: 18 Jahre Musik aller Regionen und Kulturkreise der Welt in Fiesta-Atmosphäre, 18 Jahre mehrwöchiger Sommer-Klassiker im Berliner Veranstaltungskalender mit bis zu 100.000 Besuchern, 18 Jahre musikalische Entdeckungen, Begeisterung, Vergnügen und Party jeder Couleur, 18 Jahre Treffpunkt unterschiedlichster Generationen und Nationalitäten, Soundtrack der Anti/Globalisierung, Leitfaden für die Identitätssuche zwischen den Kulturen und Oase der Toleranz – natürlich auch mit ungezählten Nachahmern, Verbündeten und Kindern im HeimatKlänge-Geiste. HeimatKlänge-Themen waren bisher:
2005 Copa Americana
2004 Bands of New York
2003 Gypsy
2002 HeiratsKlänge
2001 SOUL 2 SOUL – Afrika-Amerika
2000 Brasil 500
1999 Humboldts Reise
1998 Tiefer Süden
1997 ¡CubaníSImo!
1996 Sindbads HeimatKLÄNGE
1995 LusoMania
1994 Odyssee
1993 No Make Palaver
1992 Carnevale Caribe
1991 Musik Mahal
1990 2 Beat! Apartheid
1989 Orient de Luxe
1988 HeimatKLÄNGE
Von Beginn an haben sich die HeimatKlänge mit künstlerisch innovativen Programmen hochkarätiger internationaler Künstler um die Verwirklichung von Toleranz in der Vielvölkerstadt Berlin verdient gemacht. Jedes Jahr öffnet das Festival über Musik ein neues Fenster zu fremden Kulturen. Bekannt für exzellente Musik und entspannte Atmosphäre machen sie neugierig auf unbekannte Töne und ihre Hintergründe. So wecken sie nicht nur das Interesse an fremden Kulturen – sie erwecken diese zusammen mit den jeweiligen Berliner Communities, die immer für eine multikulturelle Fiesta-Atmosphäre sorgen,auch direkt zum Leben.
Standorte des Festivals waren von 1988 bis 1998 das legendäre alte Tempodrom im Tiergarten, von 1999 bis 2001 das Tempodrom am Ostbahnhof, 2002 das neue Tempodrom am Anhalter Bahnhof, und seitdem gibt das Kulturforum am Potsdamer Platz die für Berliner Verhältnisse angemessen urbane Kulisse für das weltweit traditionsreichste Festival globaler Sounds. Dort, in direkter Nachbarschaft zu den repräsentativen Bauten der Global Player der Gegenwart, hat das Festival in den vergangenen beiden Jahren den Generationswechsel vollzogen und dabei den Glanzlichtern seiner jahrzehntelangen Geschichte einen weiteren Erfolg hinzugefügt – was Hans Scharoun als volksnahe kulturelle Mitte konzipiert hatte, wurde vor der HeimatKlänge-Bühne schließlich Wirklichkeit: Der Platz – ursprünglich als “geistiges Band der Kultur” von der Museumsinsel in Richtung Westen gedacht – füllte sich mit Leben, das bunt gemischte HeimatKlänge-Publikum tanzte und amüsierte sich unabhängig von Herkunft und Alter.
Am jetzigen Standort sind die HeimatKlänge seit 2003 Teil des renommierten MuseumsInselFestivals. “Das längste Open Air der Welt” hat es sich zur Aufgabe gemacht, kulturelle Brücken von der historischen zur neuen Mitte Berlins und bis nach Dahlem zu schlagen – ein Anliegen, bei dessen Realisierung das Festival an den drei Standorten Museumsinsel Mitte, Kulturforum Potsdamer Platz und Museumsinsel Dahlem seit seiner Premiere im Sommer 2000 enorme Erfolge erzielt, gerade auch in Sachen Standortmarketing der Berliner Hoch- und Unterhaltungskultur jenseits der Stadtgrenzen. Mit allen Eintrittskarten der MuseumsInselFestival-Veranstaltungen bekommen Besucher 50 Prozent Rabatt auf die Eintrittspreise der Dauerausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin – ein deutlicher Zugewinn an Attraktivität für die Angebote aller beteiligten Partner gleichermaßen.
Schließlich sind die HeimatKlänge im Hinblick auf die kulturellen Rahmenprogramme zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006^TM^ seit 2004 Partner der WM-Stadt Berlin, seit 2005 auch Partner des Organisationskomitees der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006^TM^. In einem programmatischen Fussball-Dreiklang setzte sich das Festival zu diesem Zweck schwerpunktmässig die vielfachen Parallelen zwischen den spezifischen Weltmusik- und Fussballtopografien als Thema. Vorbereitet durch Specials im Rahmen der “HeimatKlänge 2004 : Bands of New York” widmen sich die “HeimatKlänge 2005 : Copa Americana” nun der Kultur der großen Fussballnationen Lateinamerikas; bevor zur WM selbst mit den “HeimatKlängen 2006 : World Club” dann der Blick auf alle WM-Teilnehmernationen und insbesondere Afrika als Gastgeberkontinent 2010 gerichtet wird.